Nochmal ganz neu: Von Premieren, Neugierde und Hackbrettern
Shownotes
Welche Premieren feiert man mit über 60 Jahren noch? Und warum ist es so wichtig, dass es sie gibt? Anne-Bärbel Köhle und Brigitte Huber erzählen in der ersten Folge von „Endlich 60!“ von ersten Malen, die sie selbst erlebt haben – manche davon erfreulich, manche weniger. Sie besprechen, wie es gelingt, nach einer Premiere am Ball zu bleiben, welche Vorbilder sie sich genommen haben und warum gerade dieses Alter für Premieren besonders geeignet ist.
Weitere Infos und Links:
- Das Buch "Endlich Ich! Wie wir mit 60 anfangen, unser bestes Leben zu leben": https://www.fischerverlage.de/buch/brigitte-huber-anne-baerbel-koehle-endlich-ich-9783103977394
- Der Fragebogen aus dem Buch „Endlich Ich!“: https://bilder-fischer.s3.eu-central-1.amazonaws.com/s3fs-public/2026-05/Fragebogen_0.pdf
- "Warum das Leben schneller vergeht, wenn man älter wird. Von den Rätseln unserer Erinnerung" von Draaisma, Douwe: https://douwedraaisma.nl/de/books/2/why-life-speeds-up-as-you-get-older
- "The Passage of Time Across the Life Span" von Marc Wittmann, Psychology Today: https://www.psychologytoday.com/us/blog/sense-time/201604/the-passage-time-across-the-life-span
- "Gefühlte Zeit. Kleine Psychologie des Zeitempfindens" von Marc Wittmann: https://www.chbeck.de/wittmann-gefuehlte-zeit/product/13382974
- Das ReSource Projekt: https://www.resource-project.org
- Wissenschaftlicher Artikel darüber, wie das Gehirn Erinnerungen abspeichert: https://www.pnas.org/doi/full/10.1073/pnas.1914180116
In „Endlich 60!“ sprechen Anne-Bärbel Köhle, Chefredakteurin bei der Apotheken Umschau, und Brigitte Huber, ehemalige Chefredakteurin der Brigitte, über das Leben ab 60. Die beiden Journalistinnen sind seit rund 40 Jahren miteinander befreundet und blicken im Podcast auf ihre Lebenserfahrung zurück – und auf die noch anstehenden Jahre. Denn in denen wollen die beiden ihr bestes Leben leben. Für den Podcast „Endlich 60!“ und ihr Buch „Endlich Ich!“ haben sie mit Expert:innen und Experten über das Älterwerden gesprochen: Wie soll es im Job weitergehen? Wie entwickelt sich das Gehirn mit steigendem Alter? Was soll sich im Leben noch verändern – und was darf so bleiben, wie es ist?
„Endlich 60!“ hört ihr ab sofort jeden zweiten Dienstag – überall, wo es Podcasts gibt und auf www.gesundheit-hoeren.de.
Habt ihr Fragen, Anregungen oder Kritik? Dann schreibt uns gerne an redaktion@gesundheit-hoeren.de
Fotocredit: Gaby Gerster
Das Team hinter „Endlich 60!“:
Hosts: Anne-Bärbel Köhle, Brigitte Huber;
Redaktion: Kari Kungel, Constanze Radnoti;
Postproduktion: Benedikt Möltner, Yves Seißler;
Chefredakteur: Peter Glück
[ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer aktuellen Werbepartner findet ihr hier: https://www.apotheken-umschau.de/podcast/partner
Transkript anzeigen
00:00:03: SPRECHER: gesundheit-hören.
00:00:05: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Okay, Brigitte, was hast Du heute erlebt, was Du noch nie zuvor erlebt hast?
00:00:10: BRIGITTE HUBER: Ich bin heute zum aller allerersten Mal in meinem Leben mit dir zusammen zur Arbeit gefahren und das, obwohl wir uns schon seit 40 Jahren kennen, also zumindest zu dieser Arbeit und dann noch ohne Frühstück.Du hast mich ohne Frühstück losgeschickt.
00:00:28: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Ich möchte aber sagen, Ich möchte bitte sagen, dass Du von mir Frühstück bekommen hättest.Waren Freiwillige in kleinen
00:00:34: BRIGITTE HUBER: Ich weiß und ich hab sogar vorgestern noch gesagt, bitte besorg kein Frühstück für mich.Wenn wir früh starten, dann mach ich das ja später.Aber das war tatsächlich, also insofern, es war mindestens 2 Premieren heut schon.Und ehrlicherweise, es war ja auch irgendwie auch deine Premiere, oder?
00:00:49: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Also meine Premiere ist heute, dass ich jetzt mit diesen riesigen Micky Maus Kopfhörerohren dasitze.
00:00:56: BRIGITTE HUBER: Das seht ihr nicht, Leute, aber es sieht lustig aus.
00:00:58: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Ja, wir schauen wirklich aus wie zwei Micky Mäuse sitzen uns gegenüber zum ersten Mal in unserem Leben.
00:01:03: BRIGITTE HUBER: Sitzen wir uns gegenüber.
00:01:04: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Und nein, nicht zum ersten Mal gegenüber, aber zum ersten Mal nehmen wir einen Podcast auf, nämlich diesen.Und der heißt Endlich 60!Wir haben nämlich ein Buch geschrieben, das heißt Endlich ich, wie wir mit 60 Jahren anfangen, unser bestes Leben zu leben und genau darum soll's auch in unserem Podcast gehen.Was schauen wir uns für Themen an?
00:01:24: BRIGITTE HUBER: Ja, also beispielsweise überlegen wir, wie soll's weitergehen im Job?
00:01:28: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Wir schauen uns an, wie entwickeln wir uns gesundheitlich?Was haben wir für eine Gehirnentwicklung zu erwarten die nächsten 30 Jahre?
00:01:35: BRIGITTE HUBER: Und wie geht's weiter mit uns und unserem Körper?Ist ja immerhin der einzige Partner, von dem wir uns nicht trennen können.
00:01:42: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Dann stellen wir natürlich die großen Fragen ans Leben, nämlich die Sinnfrage und wir überlegen, was in unserem Leben kann bleiben, wovon wollen wir uns trennen?
00:01:51: BRIGITTE HUBER: Ja und wollen wir uns noch mal verändern oder wollen wir unsere Macken einfach behalten?
00:01:55: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: In jedem Fall behalten, würde ich sagen.Ja, die sind hart Schon
00:01:58: BRIGITTE HUBER: ein guter
00:01:59: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: guter Anfang.Aber jetzt heute schauen wir uns als allererstes an, was für Premieren warten eigentlich jetzt noch auf uns?Ich bin Anne Berbel König, bin Chefredakteurin hier im Wort und Bild Verlag.Der gibt die Apothekenumschau raus, den Diabetesratgeber, Seniorenratgeber, also quasi von der Wiege bis zur Ware und natürlich das Audioangebot des Verlags Gesundheit hören, bei dem ja auch dieser Podcast erscheint.
00:02:23: BRIGITTE HUBER: Ja und ich bin Brigitte Huber.Ich bin Journalistin, war ganz viele Jahre Chefredakteurin, unter anderem der Brigitte.Seit 2 Jahren fragen mich die Leute nicht mehr, ob ich die Brigitte gegründet hab, weil die so heiß wie die Brigitte, weil ich frei arbeite und bin als Autorin, als Speakerin und als Coach tätig.
00:02:45: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Und was man vielleicht auch wissen müsste, es klang ja schon son bisschen nach altem Ehepaar an vorher mit der Frühstücksszene.Wir sind tatsächlich seit fast 40 Jahren miteinander befreundet, arbeiten seit fast 40 Jahren immer mal wieder miteinander und
00:02:59: BRIGITTE HUBER: Und haben zuletzt auch Buch zusammen geschrieben.
00:03:01: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Und haben ein Buch zusammen geschrieben, nämlich Endlich ich, wie wir mit 60 anfangen, unser bestes Leben zu leben, wo wir schauen, was passiert jetzt eigentlich in den nächsten 30 Jahren in unserem Leben.Aber unser heutiges Thema ist, wie holen wir uns Premieren ins Leben
00:03:15: BRIGITTE HUBER: und Genau und wer sich interessiert für das Buch und für alles andere, das könnt ihr alles in den Shownotes, also unten in der Zusammenfassung nachschauen.
00:03:26: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Also bei uns ist ja premieren-technisch der Tag schon mal gut gelaufen.
00:03:29: BRIGITTE HUBER: Ja, könnt nicht besser sein, mindestens eine Doppelpremiere, ja.
00:03:32: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Genau und das ist aber auch wirklich tatsächlich besonders wichtig, dass wir uns noch mal Premieren ins Leben hineinholen, denn, so zeigt die Zeitforschung, Premieren bringen son Stopper in unsere Lebenszeit rein, sie dehnen die Zeit, die Zeit rast nicht mehr so.
00:03:49: BRIGITTE HUBER: Ja, ich glaub, das muss man erst mal noch mal sagen.Je älter wir werden, umso schneller vergeht gefühlt, nicht tatsächlich, gefühlt die Zeit.Und ich hab mal einen Satz in einem Interview gelesen und der hat mich schon ziemlich alarmiert und er hieß, die ersten 18 Jahre unseres Lebens vergehen in etwa so schnell wie der Rest.Also ich hab den Zeitforscher Mark Wittmann, den ich für unser Buch interviewt hab, gefragt, ob das denn wirklich so ist und er meint, na ja, jetzt kann man jetzt nicht hundertprozentig messen und ganz so dramatisch wär's vielleicht nicht, aber es ist was dran.Die Zeit rauscht schneller, wenn wir älter werden, weil wir eben nicht mehr so viele Dinge zum ersten Mal erleben.
00:04:29: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Genau und das hat er auch ziemlich schlüssig erklärt.Also wenn wir drüber nachdenken, wenn wir geboren werden, erlebe ich grad da meinen Enkelkindern, ja?Die erleben alles zum ersten Mal, die kriegen den ersten Zahn, die machen den ersten Schritt, die robben das erste Mal über so die kleine Schwelle am Teppichboden drüber und so weiter, alles zum ersten Mal.
00:04:45: BRIGITTE HUBER: Also ganz vieles, an was wir uns da nicht mehr erinnern und dann irgendwie so ab 3, 4 geht's los, dann erinnern wir
00:04:50: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: uns vielleicht an den ersten Tag im Kindergarten.Genau oder im Kindergarten und an die erste Liebe, den ersten Kurs.
00:04:58: BRIGITTE HUBER: Das erste Mal Urlaub ohne Eltern.
00:05:00: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Ja, das war ganz toll.
00:05:02: BRIGITTE HUBER: Ja, kannst Du das erinnern?Nein, also ich erinner mich noch wahnsinnig gut.Das war nicht mein erster Urlaub ohne Eltern, sondern da war ich schon 23 und ich bin mit 2 gleichaltrigen Freundinnen und meinem damals vierjährigen Sohn sind wir in Urlaub gefahren mit einem VW Bus.Der VW Bus war genau wie wir Jahrgang 64.Für uns war das noch relativ jung und in meinem Freundes- und Familienkreis haben die gesagt, für VW Bus ist allerdings jetzt 23 eher schon ältlich, aber das haben wir ignoriert.
00:05:34: BRIGITTE HUBER: Wir haben das ignoriert und wir sind losgefahren, irgendwie so am Spätnachmittag Richtung Jugoslawien, wie's damals noch hieß und warum wir so spät losgefahren sind, weiß auch kein Mensch mehr, aber auf jeden Fall sind wir dann so gegen Abend am Wurzenpass angekommen und der
00:05:50: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Der ist gescheit steil.
00:05:51: BRIGITTE HUBER: Der gescheit steil, ich weiß nicht, ich hab im Nachhinein dann mal nachgeschaut, wie viel Grad.Auf jeden Fall war's für diesen etwas ältlichen VW Bus eine Herausforderung zu viel und er hat dann immer bloß noch so geschnauft und irgendwann hat er den Geist ganz aufgegeben.Und wir sind sogar bisschen nach hinten gerutscht und wir haben wahrscheinlich, um meinen Sohn, aber auch um uns selber zu beruhigen, hat meine Freundin irgendwie angefangen, irgendwelche Kinderlieder zu singen und dann haben wir den ADAC gerufen.Der ADAC, der hat uns nach oben gezogen, weil wir waren jetzt nicht mehr so weit weg, dann waren wir quasi schon über der Grenze und dann sind wir auf der anderen Seite runtergerauscht und haben überlegt, sollen wir jetzt mit diesem altersschwachen Teil tatsächlich weiterfahren Richtung Türkei, wo wir irgendwie hin wollten oder sollen wir umkehren?Und zum Glück haben wir uns fürs Weiterfahren.
00:06:41: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Und wenn Du jetzt heute über diesen Urlaub nachdenkst, dann sind dir wahrscheinlich wahnsinnig viele Details von diesem Urlaub noch in Erinnerung.
00:06:46: BRIGITTE HUBER: Ganz viel, ganz tolle Sachen.Der erste Chai.Dann sind wir irgendwie vom Topkapi Palast mit dem Bus gelandet und irgendwie haben uns versucht Polizisten so mit Maschinengewehren abzuhalten, da weiterfahren.Also anscheinend haben wir irgendwas falsch gemacht.Aber ganz, ganz viele tolle Erinnerungen und das ist tatsächlich etwas, was jetzt, das ist jetzt über 35 Jahre her, noch komplett neu in meiner Erinnerung ist.
00:07:10: BRIGITTE HUBER: Was wär das bei dir sone Erinnerung?
00:07:13: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Ich überlege grade, also ich bin meinen aller allerersten Segeltörn im Atlantik mal gesegelt.Da war ich vielleicht Anfang 30 und ich war eine wilde Seglerin als junge Frau und hab Schwerwettertraining gemacht,
00:07:25: BRIGITTE HUBER: ja.
00:07:25: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Und ich weiß noch ganz genau, wie ich sozusagen den den Windschatten von Teneriffa verlassen habe und dagestanden bin und aufs Meer geschaut hab und vor mir tat sich eine riesige Wand auf.Und ich hab genau gewusst, dahinter wartet der Sturm.Und ich bin da reingesegelt in ja, aber wir hatten wir hatten einen Skipper dabei, der uns trainiert hat.Und ich bin da rein gesegelt und ich war so tierisch aufgeregt und wir haben's aber geschafft.Also wir sind wirklich, wir haben die ganze Überfahrt zur nächsten Insel geschafft und es war ein einziges Abenteuer.
00:07:54: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Und ich weiß da auch noch unheimlich viel hab ich da noch präsent, was an diesem Tag passiert ist oder auch in den folgenden Tagen.Und es ist ja auch genau der Charme von Premieren, wenn wir was zum ersten Mal erleben, brennt sich's uns in unser Gehirn ein.Also das ist richtig so im Grunde der Haupteingang in unsere in unsere Erinnerung und dann die Wiederholung, die nimmt dann schon eher so den Nebeneingang.
00:08:18: BRIGITTE HUBER: Den Nebeneingang, ja.Genau.Und dann ist es, glaube ich, auch noch wichtig, dass wir ein Gefühl dabei richtig hatten.Also ich erinner mich jetzt nicht mehr ans erste Mal Einwohnermeldeamt, Du noch?Also wo Du sagst, okay, war ich dann Nummer 27 oder 143?
00:08:33: BRIGITTE HUBER: So was, das sortiert das Gehirn wieder großzügig aus.
00:08:35: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Aber das erste Mal die, also man kann sich auch an negative Dinge für immer erinnern.
00:08:38: BRIGITTE HUBER: Ja selbstverständlich.
00:08:39: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Also zum Beispiel die erste mündliche Prüfung im Examen, das weiß ich auch noch, meine Herren!
00:08:43: BRIGITTE HUBER: Absolut.So so ist es, aber auf jeden Fall.Was ja auch ganz gut ist, mit der Zeit erleben wir Dinge immer und immer wieder und es gibt nicht mehr die gleiche Aufruhr im Gehirn und weißt Du deinen zweiten Schultag noch, ich nicht?
00:08:56: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Nee, weißt Du deinen dritten Griechenlandurlaub noch auch nicht mehr so genau?Das verschwimmt dann alles.
00:09:00: BRIGITTE HUBER: Das verschwimmt dann alles und es ist auch ganz gut, weil das muss man auch sagen, in Wahrheit ist das auch ja der Schlüsselweg zur Kompetenz, die Routine.Also wenn wir alles zum ersten Mal machen, dann ist es auch fehleranfällig und so weiter.Ich glaub, niemand von uns möchte von jemandem operiert werden, der sagt, oh, wie spannend, das ist jetzt meine erste offene Bauch OP, sondern da hat man dann doch lieber jemanden, der sagt, ja, hab ich schon 312 Mal gemacht, ja, wird mich nicht aus der Ruhe bringen oder auch beim beim beim Autofahren oder so ist man doch auch ganz gern mit jemandem unterwegs, der das schon paar Mal gemacht hat, oder?
00:09:35: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: So ist es ja.Kannst Du dich noch erinnern, wie Du mit einem deiner Söhne irgendwie das erste Mal Auto gefahren bist und die haben gerade ihren Führerschein gemacht, da hast Du ja wirklich gedacht, Du kriegst einen Infarkt, oder?Ja, aber Warum auch nicht immer?
00:09:47: BRIGITTE HUBER: Und und und und ja, aber nicht alle meine Söhne haben schon ihren Führerschein gemacht.Insofern also ja, insofern mit mit Anfängern zu fahren und Anfängerinnen, das ja, das hält vielleicht auch fit, weil das Adrenalin
00:09:59: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Also wir halten fest, Premieren sind spannend.Wiederholungen sorgen für Routinen und natürlich auch für Erfahrung.Aber was ja das wirklich Interessante ist und da wären wir wieder bei dem Zeitforscher Widmann, der eben tatsächlich auch eine große Studie dazu gemacht hat.Wenn man Leute fragt, wie schnell ist das letzte Jahr für sie vergangen, dann und man fragt sie im Alter von 14 bis 94 Jahren, dann hat sich rausgestellt, je älter die Befragten waren, umso schneller ist die Zeit für sie dahingerast, ja.
00:10:31: BRIGITTE HUBER: Wobei eine gute Nachricht, mit 60 hört's auf, schneller zu vergehen.
00:10:36: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Ja, Auf 60 ist dann ist dann zwar schnell, aber nicht schneller als mit 95.Das ist ja schon mal immerhin eine gute eine gute Nachricht.Aber das hat tatsächlich auch damit zu tun, dass gerade so, ich sag jetzt mal in unserem Alter, wir sind 60 plus, offensichtlich die Premieren nicht mehr so häufig sind.Und umso wichtiger ist es, finde ich, dass wir uns welche wieder ins Leben holen.
00:10:57: BRIGITTE HUBER: Ja, und zumal die Premieren ja dann teilweise, wenn wir älter werden, nicht mehr ganz so cool sind. Also Du hast jetzt vorher das mit der Prüfung gesagt, aber ich sag jetzt mal, der erste Bandscheibenvorfall.
00:11:09: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Das erste Hüftgelenk.
00:11:10: BRIGITTE HUBER: Auch schlimme Sachen wie die erste Trennung.
00:11:12: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Oder die erste Werbung für Treppenlifte im Postfach
00:11:16: BRIGITTE HUBER: Ja, absolut oder die Androhung eines Seniorentarifs.
00:11:19: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Ich bin neulich gefragt worden, ob ich eine Seniorenkarte will.War ich fast bisschen beleidigt ehrlich gesagt.
00:11:24: BRIGITTE HUBER: Ja, echt? Was hast Du dann gesagt? Auf gar keinen Fall!
00:11:29: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Nee, ich hab gesagt, nein. Du hätte ich es mal genommen, hätte ich wenigstens Geld gespart, aber gut.
00:11:31: BRIGITTE HUBER: Ja, ja, aber genau das muss man eben sagen, also das kann man ganz klar sagen.Premieren werden dann nicht mehr automatisch besser.Da muss man ganz ehrlich auch sagen, hab ich letztens mal wieder gehört, wenn man schon bisschen älter ist, erinnert man sich im Nachhinein auch kaum mehr, was mit Mitte 30 war, außer man hat da zufällig ein Kind bekommen oder irgendeinen ganz besonderen Job oder sonst irgendwas.Aber normalerweise verblasst das in der Erinnerung schon sehr und dann ist das dieses Kennst Du dieses Silvestergefühl?
00:12:00: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Ja, ja, schon wieder ein Jahr rum.Wie kann das sein?
00:12:02: BRIGITTE HUBER: Ja, genau, was war eigentlich?Und das ist halt dann wirklich das Zeichen dafür, hier hat die Routine die Oberhand ergriffen Und wir können jetzt aber was dagegen tun.
00:12:13: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Du hast doch mit dieser Professorin Hannah Monyer gesprochen, die Gedächtnisforscherin aus Heidelberg. Und die hatte, da kann ich mich erinnern, einen Satz gesagt, das hieß, alles, was man zum ersten Mal erlebt und was zugleich eine besondere Erlebnisqualität mit sich bringt, wird gut erinnert.Und aber auch 50 plus sei ideal für Premieren.Warum eigentlich?
00:12:35: BRIGITTE HUBER: Also zum einen finde ich das auch ganz spannend, weil sie gleichzeitig sagt, vergessen ist ja eine komplett wichtige Funktion des Gehirns und deswegen ist es ganz, ganz schlau, dass unser Gehirn sich wirklich nur die Sachen merkt, die wir entweder ganz dringend brauchen, uns über Wiederholungen immer wieder reinzimmern oder eben die durch Emotionen und so so einen hohen Wert für uns haben, dass das Gehirn, in dem Fall auch der Hippocampus gesagt haben, ja okay, komm mal rein Erinnerung, ich halt dich fest.Und 50 plus ist aus unterschiedlichen, 50 plus 60 plus ein eine sehr, gute Möglichkeit.Also zum einen, sag ich mal, wenn wir ein bisschen mehr Zeit haben, das ist jetzt bei Menschen ganz, ganz unterschiedlich, dann kann man sich auch gezielt überlegen, welche Premieren.
00:13:18: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Vielleicht bist Du mit dem Job schon fertig, hast einfach mehr Zeit…
00:13:20: BRIGITTE HUBER: Also mit 60 plus dann oder ich hab eine Routine entwickelt in vielerlei Hinsicht, dass ich für andere Sachen Freiräume habe.Dann allerdings hast Du oft auch vielleicht die Gelassenheit, dass Du Sachen ausprobierst.Die Frau Monyer selber ist ja ein absolutes Rolemodel für so was.Also jetzt wirklich kleine Triggerwarnung beim Zuhören, also mir ging's auch so, als ich sie interviewt hab, die hat jetzt irgendwie, glaube ich, die fünfte Sprache am Start, die sie lernt und das dritte Musikinstrument und eine ganz schöne Geschichte ist auch immer, dass sie jeden Morgen vor der Arbeit 10 Kilometer, die ist in Heidelberg, einen Berg hochradelt, selbstverständlich mit Mountainbike.Jetzt nicht wie E-Bike, was ich irgendwie gehofft hab.
00:14:01: BRIGITTE HUBER: Und das hat sie deswegen vor paar Jahren begonnen, weil sie nämlich mit sehr jugendlichen 66 Jahren den Kilimandscharo erklimmen wollte und dies auch gemacht hat.Also in Wahrheit, sie ist wirklich faszinierend in dieser Geschichte und
00:14:15: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Und beim Bergabfahren, glaube ich, memoriert sie noch Gedichte oder so
00:14:19: BRIGITTE HUBER: Ganz genau beim Bergabschauen und gern auch dann auf Italienisch, weil das ist ja eine ihrer Sprachen.Also insofern, sie ist kein gutes Beispiel in jeglicher Hinsicht, außer man möchte sich son bisschen eingeschüchtert fühlen an der einen oder anderen Stelle, aber tatsächlich ist das einfach ganz, ganz klar.Wir haben jetzt oft die Gelassenheit Sachen noch mal auszuprobieren, vielleicht haben wir auch die Freiräume.Ja und vor allem, wir sollten unsere Zeit so dehnen, wie's uns Spaß macht, oder?
00:14:46: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Ja, ich frag mich grade, was sind Premieren, die Du in letzter Zeit erlebt hast?
00:14:51: BRIGITTE HUBER: Also ich hab tatsächlich jetzt noch mal viel in Richtung Job erlebt, dass wir jetzt hier sitzen, den Podcast machen, dass man sich auf die Art und Weise generell jetzt, ich bin jetzt seit 2 Jahren nicht mehr in einem festen Unternehmen, mit vielen Dingen auseinandersetzt, digitaler Art und so was, was ich früher nicht gemacht hab, weil man das delegieren konnte, generell diese Job Zäsur noch mal was Neues zu machen und tatsächlich eine Riesenpremiere.Ich sag immer, ich geh wieder zur Schule und ich hab vor gut 2 Jahren mit Coachingausbildung angefangen und die hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich sie jetzt im dritten Jahr schon mache und mein Lebenspartner hat mir auch zum ersten Schultag eine Schultüte geschenkt und bei mir
00:15:39: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Das ist ja nett.
00:15:40: BRIGITTE HUBER: Ja, das war sehr, sehr nett.Da waren son paar Stifte waren drin, vor allem son Antistress Stift.Also es ist total nett, also irgendwie ja.Und tatsächlich ist es dann so, ich geh da immer vier Stockwerke nach oben, also man kommt schon was aus der Puste und am Anfang ist es wirklich so, dass man denkt, boah, jetzt bin ich jetzt echt mal gespannt, weil Du fängst halt an irgendeinem Punkt wieder nicht bei null an.Ich habe ja von Psychologie durch meine frühere Tätigkeit schon viel Ahnung gehabt, aber es ist schon sehr viel neu und Du sitzt dann wieder in einer Runde mit acht weiteren Teilnehmenden und hörst Dinge, Begriffe, Modelle, die Du in deinem Leben nie gehört hast.
00:16:19: BRIGITTE HUBER: Und das finde ich schon spannend und wenn dann auch zum ersten Mal wieder so was kommt wie, ah, das hab ich jetzt schon mal gehört, ah, das versteh ich jetzt.Wenn dieser Routinemoment kommt, dann ist man da fast schon erleichtert.Also das waren für mich ja schon ganz schön viele spannende, herausfordernde Premieren in den letzten Jahren.Und bei dir?
00:16:38: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Also die größte Premiere war wahrscheinlich, ich bin Oma geworden.
00:16:42: BRIGITTE HUBER: Du hast ja nicht viel tun müssen dafür, gell?Also während ich zur Schule gehen musste, ja.
00:16:46: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Also bei mir ist es sozusagen so passiert.Das ist wirklich, es war echt eine ganz, ganz süße Premiere.Die ganze Niedlichkeit ohne verkackte Windeln und durchschriene Nächte.
00:16:56: BRIGITTE HUBER: Da hattest Du nicht eine Doppelpremiere,
00:16:58: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: weil Nein, jetzt war eben eine Doppelpremiere, da haben das war wirklich ganz schön.Da hat mein meine Söhne haben angerufen, alle beide in so nem Videocall und ich dachte schon, was wollt ihr von mir?Und irgendwie hast Du dann weißt, wenn manchmal, wenn Du das Gefühl hast, alle reden irgendwie um den heißen Brei rum und jeder so und wie geht's dir so?Und dann hab ich gesagt, so jetzt Jungs, raus mit der Sprache, was ist los?Habt ihr jetzt Ahnung gehabt?
00:17:19: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Nee, echt nicht.Und dann sagte einer meiner Schwiegertöchter, ah, gute Frage, wie geht's uns?Elise, bist Du bereit zu der anderen Schwiegertochter?Auf 1, 2, 3 haben Sie beide das Ultraschallbild des Babys in in die Kamera gehalten.Cool.
00:17:33: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Da muss ich sagen, da war ich schon echt Das ist also sicher Moment, an den ich mich noch lang erinnere.Dann hab ich tatsächlich Instrument angefangen zu spielen.Das ist so sauuncool.
00:17:46: BRIGITTE HUBER: Sag mal.Hau raus.Hackbrett.
00:17:49: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Ja.Sofort ans Komödianten Stadel oder so was, aber ich spiele
00:17:53: BRIGITTE HUBER: Es ist ein bodenständiges Instrument oder?
00:17:54: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Es ist ein bodenständiges Instrument ist auch nicht so teuer, ist ganz gut, weil man weiß ja nie, ob man die Premiere auch durchhält, aber tatsächlich macht's mir wahnsinnig viel Spaß und ich spiele klassische Musik, keine Volksmusik.
00:18:05: BRIGITTE HUBER: Nimmst Du da Unterricht?
00:18:07: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Ja, bei einem ganz, ganz jungen Mann.Der ist bestimmt vielleicht Mitte, Ende 20 oder so, der mit 1 Eselsgeduld irgendwie mir dieses Instrument beibringt und nebenher fallen lässt, dass es ja auch eine gute Alzheimerprävention ist.
00:18:20: BRIGITTE HUBER: Und das ist ja aber didaktisch sehr clever, muss man sagen.Ja, also Du ahnst, warum ich frage, ich hab das ja auch schon mal versucht, nicht Hackbrett, aber ich habe Kurz Klavier gespielt, gell?Genau, ich hab mit 40, da war für mich sone Lebenssituation nach Trennung und dass ich mir gedacht habe, ich will irgendwas Neues noch mal anfangen und dann war für mich vor allem entweder so was mit Tanzen, aber das fand ich dann in dem Moment partnerlos jetzt irgendwie so mittel und oder Klavier.Tatsächlich, meine Oma hat viel Klavier gespielt, bei uns stand auch immer Klavier rum, aber ich hab da immer großen Bogen um dieses Instrument gemacht und dann hab ich gedacht, jetzt oder nie und hab mir Klavier besorgt, aber ich hab das, da war ich voll eingespannt in meinem Job und mit Kind einfach unterschätzt, was das bedeutet, innerhalb 1 langen Arbeitswoche abends vielleicht jetzt noch mal zu spielen.Ehrlicherweise habe ich mir auch nicht gedacht, dass es so schwer ist, mit 10 Fingern unterschiedliche Dinge zu machen.
00:19:20: BRIGITTE HUBER: Ja, lange Rede, gar keinen Sinn, irgendwie nach 3 Jahren haben wir das über eBay wieder verkauft.Und wenn ich, weil es war dann wirklich immer so am Freitag Spätnachmittag, eigentlich nach der Arbeit war dann die Klavierstunde und am Donnerstagabend hatte ich schon schlechtes Gewissen, weil ich gedacht hab, oh, hab wieder kaum geübt.Aber das hab ich auch von Frau Monyer gelernt, die hat gesagt, natürlich sind wir jetzt häufig bei solchen Sachen vielleicht nicht mehr, ja, wir lernen nicht mehr ganz so schnell wie die Jungen.Aber wir wissen zum Beispiel, wie wir lernen, dass wir ausgeruht lernen, dass wir uns bestimmte Zeiten nehmen, dass wir uns die Zeit nehmen und wir sind unter Umständen motivierter, weil wir möchten das lernen.Also ich merk das, ich versuch ja auch son bisschen Sprachen, also mit mit Spanisch und ich mach auch jeden Tag wirklich mini mini mit App und es ist wirklich wenig, aber es ist wenigstens so, dass ich mir jeden Tag, nee, vor allem bisschen was.
00:20:13: BRIGITTE HUBER: Und das fand ich dann eben auch so gut, dass man sagt, okay, es ist jetzt einfach die ideale Zeit, um auch eine neue Sprache, ein neues Instrument oder was auch immer reinzuholen.Insofern schiel ich da schon bisschen neidisch auf dein Hackbrett.
00:20:28: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Also wir mögen uns wirklich das Hackbrett und ich.Muss ich jetzt sagen.Sag's halt nur Menschen, die ich näher kenne, dass ich Hackbrett spiele, weil wie gesagt, das hat ungefähr den Coolheitsfaktor von
00:20:38: BRIGITTE HUBER: Ich sag jetzt mal 0 ist komplett unattraktiv und bis peinlich und 10 ist wow.
00:20:45: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Dann würde ich sagen maximal bei 2.Okay.Ja, aber Aber macht ja nichts.Das gefällt mir und dafür wird man ja auch älter, dass man genauer weiß, welche Premiere passt eigentlich zu mir.Ich mach vielleicht auch eher den Reality Check, was kann ich als Premiere überhaupt noch angehen?
00:20:59: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Was will ich noch angehen?Und da haben wir ja auch ganz tolle Leute kennengelernt, die irgendwie Premieren erlebt haben und es müssen ja auch nicht immer die tollen Sachen sein, ja.
00:21:07: BRIGITTE HUBER: Nee, also die Frage ist ja ohnehin, welche Premiere passt zu mir?Das fragen mich dann die Leute immer, Mensch, ja super und was soll ich denn machen?Und das fand ich auch ganz spannend bei der Recherche.Es gibt Menschen, die ziehen quasi primär neue Dinge magisch an.Die sind ständig, kennst Du auch, irgendjemand, der sagt, oh, nächste Woche fahre ich hierhin, letzte Woche habe ich das ausprobiert und andere und das sind die meisten, die bewegen sich eher in den Routinen und dann kann man sich eben inspirieren lassen.
00:21:35: BRIGITTE HUBER: Entweder von denen, die grade eine Premiere machen oder das haben wir auch durch unser Buch gemacht, dass wir das gesammelt haben, was haben Leute neu ausprobiert und so weiter und so fort und dass man sagt, Mensch, das interessiert mich jetzt total.
00:21:47: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Lass uns doch mal kleinen Werbeblock für Premieren machen.Was ich zum Beispiel toll fand, also an so Mini Premieren, ja, weil wir ja immer denken, wir müssen jetzt die Wahnsinnsdinger machen, das stimmt ja gar nicht.Wir haben eine Frau kennengelernt, die hat einfach noch mal zum Schafkopfen angefangen.
00:22:02: BRIGITTE HUBER: Nein, das stimmt so nicht ganz.Die hat nicht zum Schafklopfen angefangen.Meine Freundin Gach, meinst Du die?
00:22:07: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Ja, genau.
00:22:07: BRIGITTE HUBER: Ja.Meine Freundin kenne ich schon seit noch länger als dich, schon seit Schuhzeiten und die ist eine Schafkopferin und die ist zum ersten Mal in ihrem Leben zu einem Frauen Schafkopfturnier in München ins Augustiner gegangen.Irgendwie Startgebühr 10 Euro.Die älteste Frau, glaube ich, war 93.Die war auch die Vorjahrssiegerin oder sonst irgendwas und sie hat gesagt, sie hat so einen coolen Tag gehabt.
00:22:33: BRIGITTE HUBER: Also das ist richtig großartig.Ich glaube, ich kann nicht scharf klopfen oder ich hab's vergessen, aber wahrscheinlich kommt man schnell wieder lernen, aber Du kannst auch scharf klopfen.
00:22:40: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Ja, ich kann's.Ja, tatsächlich.
00:22:41: BRIGITTE HUBER: Und hast Du schon mal son Schafkopftag gemacht?
00:22:44: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Ich muss echt sagen, ich hab jetzt inspiriert eben von der Gach, hab ich tatsächlich irgendwie auch neulich bin ich in son so Schafkopffunde, ist bei uns da über die Nachbarschaft angeboten worden, bin ich dahin und das war total lustig.Ich war absolut beflügelt danach.War jetzt irgendwie in gewissen Weise auch eine Premiere.Das ist ja gerade das Schöne an den Premieren.Du bist danach, fühlst dich, wenn's eine schöne Premiere war, viel, viel besser.
00:23:07: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Wir haben auch Leute kennengelernt, die sind das erste Mal mit dem Fallschirm gesprungen.Das wird mir jetzt hundertprozentig nicht passieren.
00:23:14: BRIGITTE HUBER: Ich hab so was mal gemacht, ich glaub Paragliding in soner Berufs-, Frauen-, Kontextgruppe, das war auch ganz spannend, aber da geht einem schon mal ganz kurz die Düse, ja.
00:23:24: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Ja, das glaub ich.
00:23:25: BRIGITTE HUBER: Ja.Absolut.Ja, und das glaube ich, ist auch der Punkt, die Premieren unterscheiden sich halt total.Es gibt diese Einmaligen, auch Reisen, Reisen sind ja eine sehr, sehr beliebte Premiere und ist auch wunderbarer Ort, dass man die Zeit aufs herrlichste dehnt, außer außer es hat alles ein gutes und ein schlechtes.Man fährt zum fünften Mal an denselben Ort und kennt da alles schon.
00:23:46: BRIGITTE HUBER: Das ist auch schön, aber es wird natürlich sich nicht mehr so im Gedächtnis vergraben, wie wenn man das erste Mal, ich sag jetzt mal, mitm Rucksack irgendwo hinfährt, wo man noch nie war.Es muss auch kein Rucksack sein.
00:23:57: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Na ja, sagen wir mal eine Premiere, also wenn Du eine Premiere erleben willst, so die soll in deinem Gedächtnis hängen bleiben, dann glaube ich, musst Du dich schon bissel aus deiner Komfortzone bewegen, ja.Sonst, es muss ein bisschen aufregend sein, sonst glaube ich, bleibt's einfach nicht hängen.
00:24:12: BRIGITTE HUBER: Ja, absolut.Also das auf jeden Fall und dann kann man ja unterstützend dann auch noch einiges machen, damit's besser hängenbleibt.Da können wir ja gleich noch mal drüber reden, aber vielleicht noch die Art der Premiere und ich glaub, das sieht man dann auch.Und dann gibt's eben diese total wunderschönen Premieren, die einem in den Schoß fallen.Das kann auch das Konzert von der Lieblingsband sein
00:24:34: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Ja.
00:24:34: BRIGITTE HUBER: Oder das Oma werden oder dann gibt's aber eben auch diese Premieren, also oder Reisen, die dann eigentlich ein langer Prozess werden.Also eine Sprache lernen.Du wirst ja nicht jedes Mal wieder das Gefühl haben, das ist eine Premiere, sondern Du hast das Gefühl, oh, jetzt muss ich wieder Vokabeln lernen, oder?
00:24:52: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Na ja, ich meine ganz ehrlich, wie oft in unserem Leben fangen wir was an und planen das als Premiere und geben es dann wieder auf.Kannst dich erinnern an den Quitters-Day?Das ist, glaube ich, wenn ich's richtig weiß, der zweite Freitag im neuen Jahr, also Jahresanfang sagen alle, boah, jetzt alles neu.Ich mach mal ganz neu
00:25:09: BRIGITTE HUBER: Gute Vorsätze, ja.
00:25:10: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Genau.Und 2 Wochen später sind sie dann wieder genau auf dem Niveau, wie sie vorher waren.Und man muss sich ja dann schon fragen, wie kann man Premieren dauerhafter machen oder wie kann man dafür sorgen, dass die wirklich eine Nachhaltigkeit haben?
00:25:24: BRIGITTE HUBER: Ja, also zum einen glaube ich, ist es wirklich, dass man was ausprobiert, wo man vorher schon sagt, das macht mir sehr viel Spaß.Ich glaube, das ist bei dem Quitters-Day und bei den Neujahrsvorsätzen häufig schon der Punkt, wenn ich sage, ich ess ab jetzt keine Schokolade mehr und geh dafür zum Sport, dann ist das halt auch nicht so spannend fürs Belohnungssystem und da bleibt, glaube ich, auch nicht so viel hängen dann letztlich.Aber tatsächlich, wenn ich mir vornehme, ja, was all all die Dinge, über die wir vorher gesprochen haben, ich probier mal jetzt irgendwas aus oder ich mach's mit jemand anderem, das ist auch eine gute Geschichte.Zu zweit, zu dritt, zu fünft in der Gruppe lassen sich Sachen dann teilweise einfach dann noch schöner realisieren.Dann macht man halt entweder gemeinsam eine Wanderung oder man lernt gemeinsam Spanisch.
00:26:12: BRIGITTE HUBER: Ich weiß nicht, ob's das leichter macht, aber viele Dinge, viele Dinge lassen sich gemeinsam tatsächlich auch besser machen.Und ich glaub tatsächlich, dass das dann ein ganz großer Unterschied ist.
00:26:24: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Und was ich mich noch erinnern kann, was glaub ich Monyer auch gesagt hat, es gibt ja eine Eigenschaft, die besonders günstig ist, wenn Du die so als Persönlichkeitsmerkmal hast, wenn Du auf Premieren scharf bist und das ist Neugier.Ja.Und ich weiß nicht, wie's dir so gegangen ist, aber ich war als Kind tierisch neugierig und ich bin immer geschimpft worden Ja.Dass ich so wahnsinnig neugierig bin und jetzt, wo ich so alt bin, ist es quasi ein Überlebensvorteil.Finde ich ja das bemerkenswert.
00:26:50: BRIGITTE HUBER: Das war wirklich spannend bei der Recherche für das Buch.Wir haben x Expertinnen und Experten gefragt, was denn sone Schlüsselgeschichte ist und da kam unisono immer das mit der Neugier.Und endlich werden wir rehabilitiert und das heißt, immer sei nicht so neugierig, steck deine Nase nicht in irgendwas rein, wie es bei uns dann in der Schule oder so eher hieß.Meine Eltern waren Gott sei Dank nicht so, aber tatsächlich Neugier ist ein ein ganz positiver Überlebenstrieb, der uns immer wieder neue Lebensfreude schenkt und er ist natürlich für die Premieren schon wichtig, sone gewisse Neugier.
00:27:24: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Na ja, er hat auch tatsächlich jetzt Überlebensfaktor.Ich kann mich an diese Studie erinnern, die die Monyer zitiert hat oder beziehungsweise an die Studien.Wenn man nämlich zum Beispiel Mäuse und Babys anschaut, dann haben die eine Verhaltensweise, die vollkommen gleich ist.Du liegst ihnen was Neues in den Käfig oder ins Laufställchen oder wo
00:27:43: BRIGITTE HUBER: Ein Legoklotz gern.Macht man auch gern bei Mäusen.
00:27:47: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Wenn das Ding neu ist, krabbeln beide drauf zu und schauen sie sich an, Ja.Weil sie ja wissen wollen, ob das Neue jetzt gefährlich ist oder ob's gut ist und
00:27:56: BRIGITTE HUBER: Ist auf jeden Fall spannender.
00:27:57: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Ja, ist spannender, auf Fall spannend.Besonders gründlich unter die Lupe, einfach auch, um das so einschätzen zu können.Ja.Und wenn man dann das zweite Mal oder das dritte Mal das wiederholt dieses Experiment, dann ist schon bissel öder, hat man keine solche Lust mehr drauf.Weil eben diese neuen Erlebnisse im Gedächtnis haften bleiben und die anderen eben nicht.
00:28:15: BRIGITTE HUBER: Genau und jetzt könnte man ja sagen, okay, jetzt können wir ja nicht die ganze Zeit aufn Kilimanjaro gehen oder Reisen machen oder auch nicht ständig eine neue Sprache.
00:28:23: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Oder neues Bundesland ziehen oder oder
00:28:24: BRIGITTE HUBER: oder oder oder.Aber und das fand ich dann ganz spannend auch, es gibt auch und da kamen wir im Gespräch mit einem Achtsamkeitspsychologen, dem Boris Bornemann da drauf, der einfach gesagt hat, neben diesen neuen, richtig neuen Premieren gibt es auch Premieren leiten, nennen wir's jetzt, weil er sagt, in Wahrheit erleben wir nie eine Situation genauso, wie wir sie schon erlebt haben.Und wenn wir mit Achtsamkeit auf eine Situation zugehen und unsere Fühlerchen innerlich schon quasi drauf abstellen, dann können wir gleich das Neue von 1 Situation ganz, ganz anders einfangen.Stell dir mal vor, wir hätten jetzt unseren hundertsten Podcast, dann hätten wir zwar viel Routinen schon, hoffentlich, aber dann wären natürlich wieder andere Sachen anders.Es wär anderer Tag, wir hätten anderes Thema und so weiter.
00:29:20: BRIGITTE HUBER: Und Boris, also Dr. Boris Bornemann sagt dann, er nutzt das beispielsweise auch, wenn er son Einführungsvortrag, den er jetzt schon bestimmt 150 oder 350 Mal gehalten hat, jedes Mal, damit das nicht so ein Routinen runterspulen wird, nutzt er ganz explizit dieses, ich bin vor einem anderen Publikum, es ist eine andere Situation, ich erreiche andere Ohren, andere Herzen und so weiter und so fort.
00:29:45: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Und ich bin anders drauf.
00:29:46: BRIGITTE HUBER: Und ich bin anders drauf.Und das heißt, dass allein durch Achtsamkeit können wir tatsächlich auch Dinge tiefer in unser Gedächtnis eindringen lassen, als es sonst wahrscheinlich passieren würde in dieser, ich sag jetzt mal, Hauruckmentalität.Auch interessant, da hat glaube ich auch Mark Wittmann gesprochen, der Zeitforscher, wenn man sich jetzt ein Wochenende voller Premieren packt, dann wird das ein Erledigungsmodus und dann wird das Gehirn auch zum Schluss sagen, hey, tut mir leid, ich hab jetzt keinen Bock mehr.Jetzt jetzt noch irgendwie keine Ahnung, eine eine eine Schwammerlwanderung, also eine Pilzwanderung, nachdem wir schon, keine Ahnung, Paragliding gemacht haben und dies und jenes.Das wird mehr mehr ist dann nicht mehr.
00:30:28: BRIGITTE HUBER: Und umgekehrt kann man nach einer kleinen Geschichte kann man eigentlich relativ viel Großes machen.Kannst Du damit was anfangen?
00:30:37: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Ja, also tatsächlich, ich meditier ja seit paar Jahren, wie Du vielleicht weißt.Ja, Und ich muss jetzt wirklich sagen, dieser dieser Impuls von dem Bornemann, den fand ich superwichtig.Er hat ja dann auch gesagt, man solle sich einfach mal an sonem normalen Abend überlegen, was hab ich jetzt heute das aller allererste Mal erlebt?Das find ich eine ganz schöne Übung, weil ich glaube, dass in diesen zauberhaften kleinen Premieren wirklich unglaubliches Potenzial steckt.Also wenn Du dir abends irgendwie überlegst, was habe ich heute das erste Mal erlebt, dann fallen einem eigentlich immer 1, 2, 3 Sachen ein, die vorher noch nie so waren im Leben.
00:31:12: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Und wenn es ist, wie ich irgendwie neulich mal barfuß kurz im Garten gestanden und den Vögeln zugehört, ich glaub, das hab ich noch nie gemacht.Oder Du gehst an Bäcker vorbei und nimmst das erste Mal den Duft wirklich richtig bewusst wahr von den Semm Oder Brötchen, ich hab beinahe Semmeln gesagt, von den Brötchen, die da rausfliegen.
00:31:30: BRIGITTE HUBER: Wollen wir nicht ins Bayerische Abdriften.
00:31:31: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Nein, nein, nein, das machen wir jetzt nicht.Wir bleiben beim Hochdeutschen.
00:31:37: BRIGITTE HUBER: Das erste Mal Hochdeutsch.Nein, aber das ist tatsächlich auch das kann auch sein, dass der Weg, den wir immer gehen von A nach B, dass wir den anders aufnehmen oder auch, dass wir im Gespräch mit jemandem, das hat Boris gesagt, vielleicht unterhalte ich mich mit meiner Freundin zum ersten Mal über die Schwiegermutter oder über mein Lieblingsessen, dass man sich davor schon da drauf konzentriert und danach sagt, was war denn heut anders als beim anderen Mal.Das soll keine Obsession werden.Es geht dann darum, dass man ja, ich sag mal, meine die inneren Fühler son bisschen auf ja, die Antennen in Richtung Premieren ausrichtet.
00:32:13: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Und wenn wir heute Abend dann alle beide in unseren Bettchen liegen, Du in Hamburg, ich in München, Dann können wir an unsere heutige Premiere denken, dass wir gemeinsam zur Arbeit gefahren sind ohne Frühstück.Und was auch ganz schön ist generell, also auch wenn man wie ich, ich meditier auch, aber
00:32:28: BRIGITTE HUBER: das sind wirklich nur immer 8 oder 10 Minuten jeden Tag und ich bin ehrlicherweise also auch schweif dann auch gern mal innerlich ab, aber Menschen, die meditieren, denen gelingt es tatsächlich, es ist auch durch Studien erwiesen, die Zeit für sich deutlicher zu dehnen.Also diesen Effekt gibt es tatsächlich.Du bist dann im Jetzt und Hier und die Erinnerungen und das Erleben, das flutscht dir nicht so weg.Wir haben ja vorher gesagt, welche Premiere passt zu mir?
00:32:55: BRIGITTE HUBER: Das muss halt, heißt halt dann letztlich auch, wir werden auch was ausprobieren, wo wir danach sagen, hätten wir nicht machen müssen.
00:33:01: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Ja oder ist jetzt echt nicht gut gelaufen.
00:33:03: BRIGITTE HUBER: Ist nicht gut gelaufen oder aber dann finde ich's ja oft auch noch besser, ich hab's mal ausprobiert und weiß danach, okay, keine Ahnung, fasten, das macht mir exakt 3 Stunden Spaß und danach wird's schwierig.Nein, das ist jetzt viel zu übertrieben, aber ich weiß, ich bin zum Beispiel jemand, der sich da schwertut und ja, dann hat man's aber trotzdem mal ausprobiert und kann zumindest mitdrehen.Oder was war's bei dir, eine Premiere, wo Du sagst, brauch ich jetzt eigentlich nicht noch mal?
00:33:29: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Neues Hüftgelenk.
00:33:31: BRIGITTE HUBER: Na gut, das ist aber keine, die Du dir ausgesucht hast.Ja, das stimmt.
00:33:34: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Nein, was war eine Premiere, pass auf, was war eine Premiere, die die die mir überhaupt keinen Spaß gemacht hat?Oh ja, ich weiß es noch.Mein Bruder hat Scheinfasten gemacht und hat, da musst Du 5 Tage lang nur Gemüse und überhaupt keine Kohlenhydrate und so weiter, 5 Tage lang.Und er hat's angepriesen wirklich wie Sauerbier und ich hab dann auch Scheinfasten gemacht, ja?Und hab mir sogar sone teure Fastenbox gekauft, über 120 Euro, wenn ich's richtig weiß.
00:33:59: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Und am Ende des Tages muss ich sagen, nach einem Tag war mir klar, diese Premiere breche ich jetzt ab.
00:34:05: BRIGITTE HUBER: Aber erzähl noch mal, was ist denn in soner Fastenbox dann drin?1 Scheinfastenbox ist da gar nichts.
00:34:10: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Tellerchen, die musstest Du mit Wasser an anrühren und dann bist Du irgendwie vor deinem traurigen kleinen Tellerchen gesessen und hast halt das dann gegessen.Von dem bist Du nie im Leben satt geworden, es wär gar nix für dich.
00:34:21: BRIGITTE HUBER: Das wär nichts für mich.
00:34:22: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Wie gesagt, nach einem Tag wusste ich dann, es bleibt bei dieser abgebrochenen Premiere.
00:34:27: BRIGITTE HUBER: Also ich hab ja vor vor nem guten Jahr mal Ayurveda gemacht.
00:34:33: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Ja, das war auch son
00:34:33: BRIGITTE HUBER: Also ich weiß, ja, nein, es war war schon besser.Also ich würd gar nicht sagen, dass es so definitiv gut oder schlecht war.Es war schon viel auch von gut.Früher hab ich mir immer gedacht, ich würde jetzt nicht 2 kostbare Urlaubswochen dafür ausgeben, dass ich an irgendeinem relativ schönen Ort auf der Welt nichts zu essen krieg und in kompletter Askese verharre.Aber jetzt, wo ich ja dann eigentlich mehr Zeit haben sollte, habe ich mir gedacht, ist mal ganz interessant und tatsächlich ja, ich kann das, das ist ja ganz beruhigend.
00:35:01: BRIGITTE HUBER: Man kann auch ohne Milchkaffee leben, man kann auch ohne Weißweinschorle leben und man geht halt dann relativ zeitig ins Bett immer auch, muss man sagen, aber das fand ich ganz gut.Ich hab auch gespürt, wie wie die Kraft da kommt.Gleichzeitig merkt man schon, es wär jetzt für mich kein Dauermodell.Also es heißt, ist nicht ausgeschlossen, dass ich's nicht noch mal mach, aber es ist auch nicht so, dass man sagt, oh ja, sofort nächster Urlaub wieder auf die Art und Weise.Also ich glaub, das ist dann auch wichtig.
00:35:29: BRIGITTE HUBER: Man probier's aus und man sieht, inwieweit passt es wirklich und bereichert einen.Und apropos ausprobieren, was machst Du denn als Nächstes?
00:35:37: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Also ich würde wirklich gerne eine Alpenüberquerung machen, zu Fuß.Eine Alpenüberquerung, aber nicht mit Frau Monyer, da glaub ich, hätt ich Angst.
00:35:45: BRIGITTE HUBER: Du weißt, dass die das schon gemacht hat auch.
00:35:47: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Na ja, wer aufn Kilimandscharo geht, ist zu allem fähig.
00:35:50: BRIGITTE HUBER: Ja, eine Alpenüberquerung soll aber recht schön sein und gibt einem keine Möglichkeiten, über Probleme oder so nachzudenken, weil man einfach voll voll beschäftigt ist mit den Alpen.
00:36:01: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Du hatscht und hatscht und hatscht.So stelle ich mir das vor.
00:36:05: BRIGITTE HUBER: Und mit irgendwelchen Erkenntnissen, die Du dann hoffentlich mit uns teilst.
00:36:08: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Das mache ich dann ganz genau.Und Du, was hast Du vor?
00:36:11: BRIGITTE HUBER: Also da ich ja immer noch bisschen damit hadere, dass ich jetzt nicht sonen Sport gefunden hab bislang, der mein Herz zum Hüpfen bringt und aber so gern tanze, hab ich überlegt, dass ich vielleicht den Kalender meines Fitnessstudios oder den Timetable meines Fitnessstudios durchforste und guck, ob's da doch ein Element gibt, das meine tänzerische Leidenschaft mit Fitness verbindet.So was hab ich früher manchmal gemacht, so wie Nia und so.Das wär das und dann guck ich schon natürlich immer so mit einem Auge Richtung Reise, vielleicht nächstes Mal so Italien, Amalfiküste, in der Vorsaison.
00:36:47: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Warst Du noch nie an der Amalfiküste?
00:36:48: BRIGITTE HUBER: Nein, war ich noch nicht.Aber das hab ich momentan so ein bisschen im Hinterkopf.Aber ich hab gehört, das ist eine einzige Treppe.
00:36:54: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Ich habe keine Ahnung.Ich war auch noch
00:36:56: BRIGITTE HUBER: und viele Menschen, aber wie auch immer.Man muss sich ja Sachen anschauen.
00:37:00: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Genau, um dann zu entscheiden, ob's zu einem passt oder nicht.Genau.Und schon wären wir bei unserem
00:37:06: BRIGITTE HUBER: Bei unserer schönen Rubrik.
00:37:07: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Bei unserer schönen Rubrik.Wir haben ja das Buch zusammen geschrieben, Endlich ich, wie wir mit 60 anfangen, unser bestes Leben zu leben. Und da drin gibt es einen Fragebogen, den haben wir alle unsere Menschen, die wir interviewt haben, den haben wir denen vorgelegt und viele haben ihn auch ausgefüllt, locker 50 Leute, würde ich sagen.Es waren 13 Fragen und wir suchen uns immer zum Ende des Podcasts eine Frage aus aus diesem Fragebogen und meine Frage für dich heute wäre, hast Du ein Lebensmotto und wenn ja, welches?
00:37:41: BRIGITTE HUBER: Ja, das ist tatsächlich für mich eine einfache Frage, ansonsten finde ich die Fragen im Fragebogen manchmal ganz schön herausfordernd, aber mein Lebensmotto ist seit 30, 40 Jahren würde ich sagen, love it, change it or leave it.
00:37:54: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Erklär mal ein bisschen.
00:37:56: BRIGITTE HUBER: Ich fand das, ja, es heißt also, entweder ich begeistere mich für etwas oder ich versuche es zu verändern oder ich verlasse die Situation.Wissend, dass das so nicht immer geht, aber das Grundprinzip, das hat mich schon immer so durch das Leben geholt.Ich möcht halt vermeiden, dass ich zu stark in diesem beklagen und hadern bleibe und eher dann sag, okay, ich find eine Situation jetzt momentan nicht so toll.Was kann ich tun, um die zu verändern?Was setze ich mir für eine Deadline?
00:38:27: BRIGITTE HUBER: Und ja, und irgendwann dann ein Resümee zu setzen und zu sagen, na ja, irgendwie glaube ich, kriege ich das nicht besser und dann dann muss ich mir vielleicht was anderes ausdenken.Und ich weiß, dass ich das schon als junge Frau so ganz stark für mich reingeholt hab und gedacht hab, es ist auch bisschen holzschnittartig, aber de facto, ich hatte dann, ich hab immer wieder mal anderes Motto noch dazwischen, aber eigentlich bleibe ich dem treu und ich glaub, das passt auch gut zu mir.Und Du?
00:38:53: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Ich hab einen Spruch von Karl Valentin, den ich wirklich wahnsinnig liebe und der klebt sogar bei mir am Kühlschrank dran.Da steht drauf, ich freue mich, wenn's regnet, denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch.Ja,
00:39:03: BRIGITTE HUBER: Ja, war schlau.
00:39:03: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Und ich mag die Haltung, die da dahinter steckt, weil
00:39:06: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: ich mir einfach denk, Ja.Es gibt Dinge, die sind unabänderlich und zumindest kannst Du dann versuchen, das Beste draus zu machen.Und sei es auch nur, dass Du mit neuen Blick drauf guckst im Sinne der Premiere.
00:39:19: BRIGITTE HUBER: Also, wir mögen diesen Fragebogen und wir mögen auch die Fragen und wir würden uns wahnsinnig freuen, wenn ihr, die uns da zuhört, vielleicht auch Lust habt, euch diesen Fragebogen anzuschauen.Den findet ihr in den Shownotes, also ist die Zusammenfassung der Folge und da findet ihr auch weitere Hinweise, wenn ihr eure Fragen mit uns teilen wollt, könnt ihr das auch.
00:39:41: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Und wir haben dort auch die Studien verlinkt, aus denen wir jetzt zitiert haben, die haben wir in den Shownotes verlinkt.
00:39:50: BRIGITTE HUBER: Und und vielleicht habt ihr ja Lust und kommentiert auch euer Lebensmotto auf Spotify oder wie auch immer, also feel free.
00:39:56: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Das war's von uns Ja.Mit dem Podcast Endlich 60.Heute haben wir uns mit Premieren beschäftigt.
00:40:03: BRIGITTE HUBER: Eine doppelte dreifache Premiere, ein superschöner Start für, ja, glaube ich, was ganz, ganz Tolles.Mir macht's auf jeden Fall Spaß.
00:40:12: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Wenn ihr wollt, abonniert uns, da freuen wir uns, verpasst ihr auch keine Folge mehr und wir freuen uns auch über Post von euch unter redaktion@gesundheit-hoeren.de.Das war's von uns heute. Tschüs.
00:40:26: BRIGITTE HUBER: Tschüs, macht's gut, bis zum nächsten Mal.
00:40:27: ANNE-BÄRBEL KÖHLE: Bis zum nächsten Mal.
00:40:34: SPRECHER: gesundheit-hören, das ist das Audioangebot der Apotheken Umschau.
Neuer Kommentar